Sicherheitspyramide für nachweisfreie wärmegedämmte Dachkonstruktionen

In Österreich hat die Holzforschung Austria eine „Nachweispyramide“ erstellt, welche es ermöglicht, den „richtigen“ Nachweis für die geplante Konstruktion zu finden.

Nachweispyramide
7 goldene Regeln für sichere Konstruktionen
  1. Es hat ein Gefälle ≥ 3% vor bzw. ≥ 2% nach Verformung und es
  2. ist dunkel (Strahlungsabsorption a ≥ 80%), unverschattet und es hat
  3. keine Deckschichten (Bekiesung, Gründach, Terrassenbeläge) aber
  4. eine feuchtevariable Dampfbremse (z. B. INTELLO, DB+) und
  5. keine unkontrollierbaren Hohlräume auf der kalten Seite der Dämmschicht und
  6. eine geprüfte Luftdichtheit und es
  7. wurden vor dem Schließen des Aufbaus die Holzfeuchten von Tragwerk und
  8. Schalung (u ≤ 15 ± 3 M-%) bzw. Holzwerkstoffeplankung (u ≤ 12 ± 3 M-%) dokumentiert.

Lassen Sie Wohnklima zu!

Wer auf natürliche und nachhaltige Baustoffe achtet wohnt 
nachweislich gesünder.

Die Zukunftsforschung hat den Trend zum bewussteren Bauen bereits prophezeit. Nach dem Motto „smarter, grüner und flexibler“ verändern sich die Anforderungen und Wünsche der modernen Häuslbauer stetig weiter.  

Vielen Bauherren wird dabei gesundes Bauen immer wichtiger. Das beginnt bei der Wahl der Bauweise und vor allem in den eingesetzten Baustoffen. 

Besonders Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie z. B. Holz zeichnen sich durch ihre besonderen Eigenschaften zur Verbesserung des Wohn- und Wohlfühlklimas aus.  


Für ein gutes Wohnklima ist die Luftdichtheit Pflicht.
Bewohner
Den größten Einfluss auf das Wohnklima haben die Bewohner: Bereits in der Bauphase bei der Auswahl der Baustoffe und auch später beim Bewohnen. Denn sie verbrauchen Sauerstoff, erzeugen CO2, Feuchtigkeit und Gerüche die an die Innenluft abgegeben werden. Auch nicht zu unterschätzen sind Emissionen aus Oberflächen, Einrichtungsgegenständen, Putzmitteln etc. In Kombination mit immer luftdichteren Gebäudehüllen ist die Wahl emissonsarmer Baustoffe umso bedeutsamer. 

Lüften
Der konstante Anstieg der Feuchtigkeit und des CO2-Gehaltes wird als „stickige Luft“ registriert und motiviert zum Lüften, sofern nicht eine smarte Komfortlüftungsanlage im Einsatz ist. Der CO2-Gehalt der Luft sollte 0,1% bzw. 1.000 ppm nicht überschreiten.

Feuchtigkeit
Die abgegebene Feuchtigkeit durch die Bewohner stellt ein größeres Problem dar. Wenn man sich vor Augen führt dass ein Mensch pro Stunde zwischen 90 g (bei einfacher Hausarbeit) und 170 g (bei anstrengenden Tätigkeiten) Wasser an die Umgebungsluft abgibt, dann heißt das in der Beispielwohnung mit 4 Personen kommen etwa 10 bis 15 l Wasser pro Tag zusammen, die durch Lüften abgeführt werden müssen. 

Die allgemein als angenehm empfundene relative Luftfeuchtigkeit in Innenräumen liegt zwischen 35% und 60%. Ein m³ Luft kann -  temperaturabhängig – bestimmte Mengen Wasserdampf aufnehmen. Kalte Luft absorbiert dabei weniger als warme. Die relative Luftfeuchtigkeit [in %] gibt an, in welchem Maße diese temperaturabhängige Absorptionsfähigkeit der Luft ausgeschöpft ist. Bei 100% verflüssigt sich Wasserdampf und zeigt sich als Nebel oder Feuchteniederschlag.

Temperatur
Die ideale Innenraumtemperatur liegt zwischen 19 und 22° C.  Auch die Temperatur der Oberflächen des Raumes sind zu beachten. Diese trägt wesentlich zur Behaglichkeit bei, da das subjektive Wärmeempfinden nur etwa zu einer Hälfte von der tatsächlichen Temperatur, zur anderen Hälfte jedoch von der Oberflächentemperatur der umgebenden Flächen bestimmt wird. 


Schadstoffe 
Bei steigender Konzentration der abgegebenen flüchtigen Luftinhaltsstoffe (hauptsächlich VOC und VVOC - (very) volatile organic compounds wie Aceton etc.) leiden die Bewohner unter verschiedenen Problemen von Müdigkeit bis hin zu Allergien.

Fazit
Ein gesundes Raumklima entsteht durch ein optimales Verhältnis zwischen Oberflächen- und Raumtemperatur, einer konstanten Luftfeuchtigkeit  und einem hohen Angebot an schadstoffarmer Raumluft.