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Neue ETA-12/0067 für XS bis XXL

Seit 8. Februar 2022 können alle Planer und ausführende Betriebe im Holzbau von den Neuerungen der ETA-12/0067 profitieren. Speziell die Brandschutzlösungen für Nachweise bis zu R120 ermöglichen den Einsatz der SHERPA Systemverbinder in den anspruchsvollsten Konstruktionen.

Kernstück der Erweiterung ist der neu geschaffene Anhang 6 ab Seite 141, der sich ausschließlich dem Feuerwiderstand der M-, L-, XL- und XXL-Serie widmet. So wird auf lediglich drei A4 Blättern übersichtlich dargestellt welche Rahmenbedingungen für jeden Verbinder gegeben sein müssen um einer Brandbeanspruchung von 30, 60, 90 oder 120 Minuten standzuhalten.


​Brandprüfung am IBS in Linz für 90 Minuten Feuerwiderstand

Minimaler Holzquerschnitt oder maximale Resttragfähigkeit

Basis für die Nachweisführung bildet ein ausreichend dimensionierter Holzquerschnitt. Die Berechnung erfolgt ganz einfach, indem zum Mindestquerschnitt der Kaltbemessung der jeweilige Tabellenwert hinzugezählt wird. Dabei kann erstmalig zwischen den Voraussetzungen für verdrehungssteife und verdrehungsweiche Anschlüsse im Brandfall unterschieden werden. Für beide Anschlussfälle stehen zwei Resttragfähigkeitsfaktoren zur Verfügung. So kann der Planer frei entscheiden, ob der Fokus auf einem minimalen Holzquerschnitt oder einer maximalen Resttragfähigkeit liegt. Die erläuternden Skizzen auf der Seite 143 sorgen für eine eindeutige Zuordnung der einzelnen Tabellenwerte. Wichtig ist auch noch zu beachten, dass für R90 und R120 eine Mindestlänge der Spezialschrauben von 100 mm erforderlich ist.


SHERPA Anwendung in SEMA Software
Angaben zur zusätzlichen Holzüberdeckung je nach SHERPA-Typ und Feuerwiderstand

Brandschutzanstrich Fire Shield

Für Anschlussfälle, bei denen der vorhandene Holzquerschnitt nicht ausreicht oder bei bereits ausgeführten Konstruktionen für die nachträglich ein Brandschutznachweis benötigt wird, steht ab sofort eine innovative Lösung zur Verfügung. Durch die lokale Anwendung des intumeszierenden Brandschutzanstriches „Fire Shield“ kann das Holzbauteil je brandbeanspruchter Seite um 10 mm reduziert werden. Der Auftrag kann mit Pinseln, Walzen oder Airlessgeräten erfolgen wobei die Mindestauftragsmenge von 1.245 g/m² im Vordergrund steht.


​Anwendung von Fire Shield am Nebenträger
Sichere Anschlussfugenbreite

Neben einer ausreichenden Querschnittsdimensionierung spielt bei Holzbauanschlüssen im Brandfall die Fugenausbildung eine maßgebende Rolle. Bei Konstruktionen in Sichtqualität werden Verbindungsmittel in der Regel eingefräst und sind somit im Brandfall vor direkter Temperatureinwirkung optimal geschützt. Je nach Größe der anzuschließenden Bauteile kann eine Schattenfuge gefordert sein damit die Montage reibungslos abläuft. Um auch in diesen Fällen auf der sicheren Seite zu liegen, können laut Prüfungen bzw. ETA Fugenbreiten von bis zu 5 mm ohne zusätzliche Brandschutzmaßnahmen ausgeführt werden.


​Anschlussfugen bis 5 mm ohne zusätzliche Brandschutzmaßnahmen

Fire Stop für Anschlussfugen

Für wirtschaftlich optimierte Konstruktionen, bei denen die Verbinder lediglich aufgeschraubt werden und somit sichtbar sind, kommt das bereits bewährte Brandschutzlaminat „Fire Stop“ zum Einsatz. Je nachdem ob es sich um R30, R60, R90 oder R120 handelt werden bis zu 4 Streifen mit einer Breite von 20 mm nebeneinander entlang der Verbinderkontur geklebt und/oder geklammert. Die Befestigung kann wahlweise am Seitenholz des Hauptträgers oder am Hirnholz des Nebenträgers erfolgen. Bei einem größeren Mengenbedarf besteht auch die Möglichkeit die geforderte Breite mit einem einzelnen Streifen von 40, 60 oder 80 mm Breite herzustellen.

​3 Streifen â 20 mm für R90

Laubholz spielend anschließen

Für die Berechnung der charakteristischen Tragfähigkeitswerte von unterschiedlichen Laubholzwerkstoffen stehen Rohdichtekorrektur-Faktoren zur Verfügung. Dabei wird zwischen ringporigen Laubhölzern wie Esche, Eiche und Kastanien sowie zerstreutporigen Laubhölzern wie Buche, Birke und Pappel unterschieden. Für alle Laubholzanwendungen ist das Vorbohren der Spezialschrauben lediglich für die parallel zur Holzfaser ausgerichteten Momentenschrauben im Hirnholz zwingend erforderlich. Für das optimale Setup bei Laubholzanwendungen steht neben den Spezialschrauben nach wie vor die Hardwood Schraube von Schmid Schrauben Hainfeld zur Verfügung.


​Prüfung mit BauBuche an der holz.bau forschungs gmbh